Mykose - Nagelpilz mit Kaltplasma podologisch behandeln


Der besondere Fall

Onychomykose: Bilddokumentation zeigt vollständige Nagelregeneration mit Kaltplasma

Eine aktuelle Falldokumentation aus der podologischen Praxis zeigt eindrucksvoll, wie sich eine Onychomykose unter begleitender Kaltplasma-Therapie entwickeln kann: Von einem deutlich mykotisch veränderten Großzehennagel bis hin zu einer optisch vollständig regenerierten Nagelplatte innerhalb von 14 Monaten. Die Bildserie dokumentiert den Verlauf Schritt für Schritt und lenkt den Blick auf eine weitere relevante Facette der begleitenden Kaltplasma-Anwendung: Die regenerationsfördernden Eigenschaften reaktiver Kaltplasma-Komponenten unter kontrollierten Bedingungen.

 

Der Fall

Die Behandlung eines 74-jährigen Patienten begann im Mai 2025 nach podologischer Grundversorgung mit dem Kaltplasmagerät Dr.plajin von GEHWOL TECH. In den ersten vier Wochen erfolgte die Anwendung ein- bis zweimal wöchentlich für jeweils zehn Minuten. Anschließend wurde die Therapie in eine monatliche Wachstums- und Erhaltungs- und Regenerationsphase überführt.

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Behandlung und Bilder: Christiane Schöpe, Podologin, sektorale Heilpraktikerin Podologie, Wundexpertin ICW®

 

Besonders aussagekräftig ist die fotografische Dokumentation des Therapieverlaufs: Bereits nach wenigen Monaten löste sich die befallene Nagelplatte, während gesundes Nagelgewebe nachwuchs. Mit fortschreitender Behandlung nahm der Anteil des gesunden Nagels kontinuierlich zu. Nach 14 Monaten zeigte sich ein optisch unauffälliger und vollständig regenerierter Großzehennagel.

 

Die Erklärung

Der Therapieerfolg lässt sich nicht allein durch die antimykotische Wirkung von Kaltplasma erklären. Zwar reduzieren die im Plasma enthaltenen reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS) Pilze und andere Mikroorganismen wirksam, indem sie deren Zellstrukturen und Stoffwechselprozesse beeinträchtigen.1

Gleichzeitig deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass Kaltplasma bei kontrollierter Dosierung regenerative Prozesse in Haut und Nagel stimulieren kann.2,3

Gerade bei Onychomykosen ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung. Dermatophyten befallen keratinisierte Gewebe wie Nägel und nutzen das Keratin als Nährstoffquelle. Dabei setzen sie Enzyme frei, die Struktur und Funktion des Gewebes verändern. Entzündliche Begleitreaktionen und Schädigungen der Gewebearchitektur können die normale Differenzierung und Proliferation von Keratinozyten beeinträchtigen. In der Folge verlangsamt sich häufig das Wachstum der Nagelmatrix, sodass die Regeneration des Nagels erschwert wird.4,5,6

Kaltplasma kann diesen Prozess auf zwei Ebenen unterstützen: Zum einen wird die Erregerlast reduziert und damit eine wesentliche Ursache der Gewebeschädigung beseitigt.1 Zum anderen können niedrig dosierte ROS/RNS als biologische Signalstoffe wirken und zelluläre Reparatur- und Regulationsmechanismen aktivieren. Beschrieben werden unter anderem Effekte auf die Zellkommunikation, die Mikrozirkulation sowie die Proliferation von Keratinozyten, die für die Bildung neuer Nagelsubstanz verantwortlich sind.2,3,7

Das patentierte Dr.plajin-Verfahren von GEHWOL TECH verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Freie Elektronen wirken als Redoxpuffer und tragen dazu bei, das oxidative Potenzial des Kaltplasmas zu regulieren. Dadurch bleiben antimikrobielle Eigenschaften erhalten, während gleichzeitig regenerative Signalprozesse unterstützt werden.

Bild_Kaltplasmagerät

 

Fazit

Der Fallbericht zeigt damit einen dualen Therapieansatz: Die Behandlung schafft ungünstige Bedingungen für Mikroorganismen und unterstützt gleichzeitig ein regeneratives Milieu für die Bildung neuer Nagelstruktur. Das Ergebnis ist mehr als ein pilzfreier Nagel, nämlich die sichtbare Wiederherstellung einer physiologischen Nagelplatte.

 

Mehr über Kaltplasma in der Podologie

Welche physikalischen Mechanismen hinter Kaltplasma stehen und warum kontrollierte ROS- und RNS-Konzentrationen für Haut, Nägel und Mikroorganismen relevant sind, erfahren Sie hier.

 

 


 

Agenda

Kaltplasma: kontrollierte Physik für Haut, Nägel und Mikroorganismen

 


 

Literaturübersicht

[1] Gnat, S., Łagowski, D., Dyląg, M. et al. Cold atmospheric pressure plasma (CAPP) as a new alternative treatment method for onychomycosis caused by Trichophyton verrucosum: in vitro studies. Infection 49, 1233–1240 (2021). https://doi.org/10.1007/s15010-021-01691-w
[2] von Woedtke, T., Schmidt, A., Bekeschus, S., Wende, K., & Weltmann, K.-D. (2019). Plasma Medicine: A Field of Applied Redox Biology. In Vivo, 33(4), 1011–1026. https://doi.org/10.21873/invivo.11570
[3] Busco, G., Robert, E., Chettouh-Hammas, N., Pouvesle, J.-M., & Grillon, C. (2020). The emerging potential of cold atmospheric plasma in skin biology. Free Radical Biology and Medicine, 161, 290–304. https://doi.org/10.1016/j.freeradbiomed.2020.10.004
[4] Jartarkar SR, Patil A, Goldust Y, Cockerell CJ, Schwartz RA, Grabbe S, Goldust M. Pathogenesis, Immunology and Management of Dermatophytosis. J Fungi (Basel). 2021 Dec 31;8(1):39. https://doi.org/10.3390/jof8010039
[5] Deng R, Wang X, Li R. Dermatophyte infection: from fungal pathogenicity to host immune responses. Front Immunol. 2023 Nov 2;14:1285887. https://doi.org/10.3389/fimmu.2023.1285887
[6] Geyer AS, Onumah N, Uyttendaele H, Scher RK. Modulation of linear nail growth to treat diseases of the nail. J Am Acad Dermatol. 2004 Feb;50(2):229-34. https://doi.org/10.1016/j.jaad.2003.07.011
[7] Schmidt A, Dietrich S, Steuer A, Weltmann KD, von Woedtke T, Masur K, Wende K. Non-thermal plasma activates human keratinocytes by stimulation of antioxidant and phase II pathways. J Biol Chem. 2015 Mar 13;290(11):6731-50. https://doi.org/10.1074/jbc.m114.603555