Der Nagel wird von zwei Häutchen umgeben: Die Cuticula ist die sichtbare Haut am proximalen Ende des Nagels; das Hyponychium, auch Sohlenhorn genannt, liegt verborgen unter dem distalen freien Nagelrand.
Beide Nagelhäutchen sind faszinierende Strukturen, die zwei völlig widersprüchliche Aufgaben erfüllen müssen: Zum einen das Abdichten und Anhaften an der Nagelplatte, um das Eindringen von Mikroorganismen in die Matrix und das Nagelbett zu verhindern. Zum anderen muss die Haut beim Längenwachstum der Nägel elastisch und nachgiebig genug sein, um sich zu lösen und den Nagel „freizugeben“, ohne einzureißen oder übermäßig haften zu bleiben. Trotz „Lösen“ bleibt es aber dicht, vergleichbar der Dichtung bei einem Autofenster, das hoch- oder runtergefahren wird, aber kein Wasser in die Tür läuft.
Die Pflege der Cuticula
Die sichtbare Nagelhaut sollte nur bei Bedarf (siehe unten) und immer so sanft wie möglich bearbeitet werden. Gerade an den Fingernägeln birgt aggressives, trockenes Zurückschieben, Knipsen, Schneiden oder Fräsen ein Verletzungsrisiko. Die Folge sind Umlaufentzündungen (Paronychie oder Panaritium), weiße Lufteinschlüsse in der Nagelplatte (Leukonychie) bis hin zu dauerhaften Wachstumsstörungen.
Wenn die Cuticula anhaftet, empfiehlt es sich, sie im feuchten Zustand (Einweichen mit GEHWOL MED Nagelweicher, Hand- oder Fußbad (GEHWOL FUSSKRAFT Kräuter Bad) oder Octenisept) vorsichtig zurückzuschieben, und auf keinen Fall mit Gewalt abzulösen oder abzureißen. Ist doch einmal eine Verletzung passiert, sollte diese konsequent geschützt werden (Desinfektion und Abdecken), um die Ausheilung zu beschleunigen. Gerade Hände und Füße sind viel Reibung, Kontakt und Bewegung ausgesetzt, wodurch Risse entstehen und sich diese entzünden können.
Die Pflege des Hyponychiums
Eine gesunde Nagellänge schützt das Hyponychium vor Verletzungen, aber auch vor Reizungen beim Laufen und Greifen.
Dazu sollte beim Nagelschnitt ein wenig weißer freier Nagelrand sichtbar stehen bleiben; wird der Nagel zu radikal eingekürzt, liegt das Hyponychium frei und kann feine Mikrotraumen erleiden. Nagelpilz, vor allem die Distale bzw. Distolaterale Subunguale Form der Onychomykose (DSO), findet auf diesem Weg leicht eine Eintrittspforte.
Nagelhaut-Erkrankungen und ihre Behandlung
Trockene Haut, z. B. altersbedingt oder durch Grunderkrankungen, führt zum Austrocknen der Cuticula. Sie löst sich weniger gut elastisch vom Nagel und steht zunehmend rau und zerklüftet ab. Die Haut- bzw. Nagelhautpflege ist das beste Mittel, um Folgekomplikationen abzuwenden. Nagelöl (etwa GEHWOL MED Nagel- und Hautschutz-Öl) gilt hier als guter „Universalhelfer“; bei weitergehenden Problemen (z. B. starke Verhornung, Pilzerkrankung, spröde Nägel) kommen beispielsweise auch zum Einsatz: