Cuticula und Hyponychium: Krankheitsbilder, Behandlung, Pflege

Cuticula und Hyponychium: Krankheitsbilder, Behandlung, Pflege


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Bild: lenetsnikolai | stock.adobe.com

Der Nagel wird von zwei Häutchen umgeben: Die Cuticula ist die sichtbare Haut am proximalen Ende des Nagels; das Hyponychium, auch Sohlenhorn genannt, liegt verborgen unter dem distalen freien Nagelrand.

Beide Nagelhäutchen sind faszinierende Strukturen, die zwei völlig widersprüchliche Aufgaben erfüllen müssen: Zum einen das Abdichten und Anhaften an der Nagelplatte, um das Eindringen von Mikroorganismen in die Matrix und das Nagelbett zu verhindern. Zum anderen muss die Haut beim Längenwachstum der Nägel elastisch und nachgiebig genug sein, um sich zu lösen und den Nagel „freizugeben“, ohne einzureißen oder übermäßig haften zu bleiben. Trotz „Lösen“ bleibt es aber dicht, vergleichbar der Dichtung bei einem Autofenster, das hoch- oder runtergefahren wird, aber kein Wasser in die Tür läuft.

 

Die Pflege der Cuticula

Die sichtbare Nagelhaut sollte nur bei Bedarf (siehe unten) und immer so sanft wie möglich bearbeitet werden. Gerade an den Fingernägeln birgt aggressives, trockenes Zurückschieben, Knipsen, Schneiden oder Fräsen ein Verletzungsrisiko. Die Folge sind Umlaufentzündungen (Paronychie oder Panaritium), weiße Lufteinschlüsse in der Nagelplatte (Leukonychie) bis hin zu dauerhaften Wachstumsstörungen.

Wenn die Cuticula anhaftet, empfiehlt es sich, sie im feuchten Zustand (Einweichen mit GEHWOL MED Nagelweicher, Hand- oder Fußbad (GEHWOL FUSSKRAFT Kräuter Bad) oder Octenisept) vorsichtig zurückzuschieben, und auf keinen Fall mit Gewalt abzulösen oder abzureißen. Ist doch einmal eine Verletzung passiert, sollte diese konsequent geschützt werden (Desinfektion und Abdecken), um die Ausheilung zu beschleunigen. Gerade Hände und Füße sind viel Reibung, Kontakt und Bewegung ausgesetzt, wodurch Risse entstehen und sich diese entzünden können.

 

Die Pflege des Hyponychiums

Eine gesunde Nagellänge schützt das Hyponychium vor Verletzungen, aber auch vor Reizungen beim Laufen und Greifen.

Dazu sollte beim Nagelschnitt ein wenig weißer freier Nagelrand sichtbar stehen bleiben; wird der Nagel zu radikal eingekürzt, liegt das Hyponychium frei und kann feine Mikrotraumen erleiden. Nagelpilz, vor allem die Distale bzw. Distolaterale Subunguale Form der Onychomykose (DSO), findet auf diesem Weg leicht eine Eintrittspforte.

 

Nagelhaut-Erkrankungen und ihre Behandlung

Trockene Haut, z. B. altersbedingt oder durch Grunderkrankungen, führt zum Austrocknen der Cuticula. Sie löst sich weniger gut elastisch vom Nagel und steht zunehmend rau und zerklüftet ab. Die Haut- bzw. Nagelhautpflege ist das beste Mittel, um Folgekomplikationen abzuwenden. Nagelöl (etwa GEHWOL MED Nagel- und Hautschutz-Öl) gilt hier als guter „Universalhelfer“; bei weitergehenden Problemen (z. B. starke Verhornung, Pilzerkrankung, spröde Nägel) kommen beispielsweise auch zum Einsatz:

 

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Abb.: Hypertrophierte, trockene Cuticulae durch Diabetisches Fußsyndrom geht einher mit spröden, aufgerauten Nägeln. Der Befund ist unklar: Mykose oder Holznägel. Gefahr der Verletzungen: Die Risse in der Cuticula erzeugen ein Verletzungsrisiko. Zur Linderung wurde Haut- und Nagelhautpflege vorgenommen.

 

Verhornung und Überwucherung durch Reibung

Am 5. Zeh bildet sich durch die Reibung von zu engen Schuhen manchmal übermäßige Keratose über dem Nagel. Diese kann vorsichtig abgetragen werden (Hautzange, Diamant- oder Hartmetallfräser, Onyclean, zum Beispiel von GEHWOL TECH). Im Anschluss braucht die Haut Pflege (geschmeidige Haut verhornt weniger). Ein angepasstes Schuhwerk und ein passender Druckschutz (z. B. ein Silikonring) entlasten zudem.

 

Lederartige Verdickung und Vergröberung der Haut durch Tinea pedis und Onychomykose

Hier wird die Cuticula vorsichtig bearbeitet, um Einreißen zu verhindern. Pflege hält die Neubildung und Rissigkeit in Schach, wobei ohne Behandlung der Grunderkrankung alle Maßnahmen symptomatisch bleiben und nur begrenzt erfolgreich sind.

 

Übermäßige Hautbildung (Pterygium)

Ein Pterygium am Nagel bezeichnet immer die übermäßige Bildung von Haut, entweder wenn die Cuticula übermäßig wuchert oder das Sohlenhorn (Hyponychium) unter dem Nagel hervorwächst.

 

Pterygium inversus (Hypertrophie des Hyponychiums)

Unter dem freien Nagelrand ragt bei manchen Patientinnen und Patienten das Sohlenhorn wie eine vorstehende Lippe unter dem Nagel heraus (Pterygium inversus). Andere haben eher eine Hypertrophie des Nagelbettes, das sich übermäßig bildet und fasrig hervorsteht (Pachyonychie). Manchmal kann man vor Verhornung gar nicht wirklich erkennen, wo der Nagel endet und wo die Zehenkuppe anfängt.

 

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Abb.: Ein stark verhorntes Sohlenhorn als Reaktion auf die Belastung der Zehenkuppe (Hammerzeh); Druckentlastung (Hammerzehenpolster) ist hier die wichtigste Maßnahme, um eine weitere Verschlechterung bis hin zur Entwicklung eines Druckulkus zu verhindern.

Egal wie man die verschiedenen Sohlenhorn-Veränderungen bezeichnet, die Behandlung bleibt immer gleich:

  • Achtung beim Nagelschnitt, es besteht Verletzungsgefahr! Bei unklaren Verhältnissen lieber in Etappen schneiden oder nur Fräsen.
  • Sanftes Abtragen von übermäßiger Hornhaut (Einweichen und Sondieren, um zu erkennen, was locker ist und was noch anhaftet).
  • Kontrolle und ggf. Ausschalten der Auslöser (Zu enge Schuhe? Zehenfehlstellungen? Medikamente, die Hornhautbildung fördern, wie z. B. Statine oder L-Thyroxin?).
  • Prüfen, ob Druckentlastung notwendig ist.
  • Pflege, z. B. ein Nagelöl (GEHWOL MED Nagel- und Hautschutz-Öl) oder Pflegecreme (GEHWOL MED Nagel- und Hautschutz Creme), die frontal auf den Nagel getropft oder getupft wird.
  • Gegebenenfalls Nagelkorrektur (etwa NASPAN® Platinium-Spange von GEHWOL TECH), wenn die Nagelform das Nagelbett quetscht und nach vorne herausschiebt (Roll- und Zangennagel).
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Abb.: Pterygium inversus

 

Unsere Autorin

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Anja Stoffel 
Physiotherapeutin und Podologin B.Sc. und sek. HP 
Fachdozentin und Praxisanleiterin für Berufe im Gesundheitswesen, Karlstein 
www.podovision.de
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