Kaltplasma in der Podologie


Kaltplasma in der Podologie

Antimikrobielle Wirkung trifft auf hautschonende Therapie

Die podologische Praxis ist geprägt von mikrobiellen Belastungen, chronischen Veränderungen und sensiblen Haut- und Nagelstrukturen. Insbesondere bei Onychomykosen, entzündeten Nägeln (Nagelfalz) oder therapieresistenten Hautveränderungen sind Behandlungsoptionen gefragt, die wirksam sind, ohne zusätzlich zu belasten.

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Kaltplasma bietet hier einen Ansatz, der Therapie und Prävention miteinander verbindet. Durch seine antimikrobielle Wirkung kann es gezielt gegen pathogene Erreger eingesetzt werden, während umliegende gesunde Hautpartien geschont und sogar stabilisiert werden.

 

Wie wirkt Kaltplasma antimikrobiell?

Die reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies im Plasma erzeugen einen kurzzeitigen oxidativen Reiz. Für Pilze, Bakterien und Viren ist dieser Reiz zellschädigend: Zellmembranen, Proteine und genetisches Material werden angegriffen, die Vermehrungsfähigkeit der Erreger wird eingeschränkt.

Menschliche Hautzellen reagieren grundlegend anders. Sie verfügen über antioxidative Schutzsysteme und nutzen den Reiz als Signal zur Aktivierung von Reparaturmechanismen, zur Verbesserung der Mikrozirkulation und zur Stabilisierung der Hautbarriere. Diese kontextabhängige Reaktion erklärt, warum Kaltplasma antimikrobiell wirken kann, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.

Bild_Kaltplasma in der Podologie

 

Podologische Anwendungsgebiete

In der podologischen Praxis kann Kaltplasma unter anderem eingesetzt werden bei:

  • Nagelpilz (Onychomykose)
  • eingewachsenen und entzündeten Nägeln
  • Rhagaden und Hautrissen
  • Warzen
  • mikrobiell belasteter Haut
  • präventiv bei empfindlicher oder gefährdeter Haut

Die genauen Behandlungsparameter – Dauer, Frequenz und Abstand – lassen sich individuell anpassen (s. Tabelle).

INDIKATION EMPFOHLENE DAUER DER BEHANDLUNG HÄUFIGKEIT DER ANWENDUNGEN HAUTABSTAND
Nagelpilz 10 Minuten 2–3x/Woche 1–2
1x/Woche 3–4
1x/Monat (ab Woche 5)
5–10 cm
Eingewachsener, entzündeter Nagel 10 Minuten 1–2x/Woche 5–10 cm
Diabetisches Fußsyndrom (nicht ulzeriert) 30 Minuten 1x/Woche 10–30 cm
Rhagaden 10 Minuten 2–3x/Woche 5–10 cm
Warzenbehandlung 10 Minuten 2x/Woche 5–10 cm
Fußpilz 30 Minuten 3x/Woche 10–30 cm
Druckstellen, Reizungen, Blasen 10–30 Minuten 1–2x/Woche 5–30 cm
Nagelkorrektur mit Spange 10 Minuten Nach Anlage, bei Kontrollterminen 5–10 cm
Kleine Ulcera* 10–30 Minuten 2–3x/Woche, enge Kontrolle 5–30 cm
Prophylaxe bei empfindlicher Haut 30 Minuten 1x alle 7–10 Tage 10–30 cm

 

* Nur soweit regulatorisch zulässig und mit entsprechender Qualifikation

 

Praxisbeispiele: Nagelpilzbehandlung

Die dokumentierten Fallbeispiele zeigen typische Verläufe einer Kaltplasmabehandlung bei Onychomykose. Nach einer intensiveren Therapiephase über ca. 6 Wochen folgt eine Wachstumsphase, in der der Nagel pilzfrei nachwächst. Während dieser Phase kann Kaltplasma präventiv eingesetzt werden.

Therapiephase
Woche 1–2 Je 2–3 Anwendungen à 10 Minuten
Woche 3–4 Je 1 Anwendung à 10 Minuten
Wachstumsphase
Ab Woche 5 1 Anwendung monatlich à 10 Minuten

Neben der Reduktion der Pilzbelastung zeigen sich in einzelnen Fällen zusätzliche Effekte, etwa eine Verbesserung der Berührungssensibilität oder des Hautzustands im umliegenden Nagelbereich. Die Fallbeispiele verdeutlichen damit das Potenzial von Kaltplasma als integrativen Bestandteil podologischer Behandlungskonzepte.

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Patient (65 Jahre) mit Onychomykose am linken Großzeh. Behandlung Mai bis September 2025. Nagelpilzbehandlung vor Beginn der Therapie (oben) mit anschließender vierwöchiger Therapie und insgesamt dreimonatiger Wachstumsphase: Danach löst sich die befallene Nagelplatte (unten links) und der gesunde Nagel wächst pilzfrei nach (unten rechts).

 

 


 

Agenda

Kaltplasma: kontrollierte Physik für Haut, Nägel und Mikroorganismen