Synonyme der sogenannten „schwarzen Ferse“ sind – auf die Medizin bezogen: Hyperkeratosis haemorrhagica, kalkaneare Petechien, Pseudochromidrosis plantaris. Aber zunächst zu den Grundlagen.
Anatomische Grundlagen der Haut
Als größtes Organ des Menschen bedeckt die Haut den Körper mit einer Fläche von etwa 1,5 bis 2 m2. Zur Haut gehören die Anhangsgebilde Haare, Nägel und Drüsen. Die Haut dient als Schutzhülle, Speicherorgan, Sinnesorgan, Absonderungsorgan und letztlich als Wärmeregulator. Das Gewicht der Haut beträgt etwa 15 bis 20 Prozent des Körpergewichts beim Menschen.
Eine große Anzahl von Rezeptoren, sensible und vegetative Nerven, garantieren wichtige Sinneswahrnehmungen wie zum Beispiel Schmerz, Druck, Temperatur, Vibration und Tastsinn. Des Weiteren befinden sich unzählige Schweißdrüsen im Unterhautgewebe mit ihren Ausgängen in der Hautoberfläche. Dabei besitzen Fußsohlen und Ellenbeuge die meisten Schweißdrüsen.
Arterielle Versorgung des Fußes
Die Durchblutung in der Fersenregion erfolgt durch Äste der hinteren Schienbeinarterie (Arteria tibialis posterior), die sich in der Sehnen-Gefäß-Nervenloge hinter dem Innenknöchel befindet, und durch Äste der vorderen Wadenbeinarterie (Arteria peronea). Der Fußrücken wird von der Fußrückenarterie (Arteria dorsalis), die von der vorderen Schienbeinarterie abzweigt, und ebenso mit kleinen Ästen der inneren Fußsohlenregion versorgt.
Bei Schädigung von kleinen Gefäßen oder Haargefäßen (Blutkapillaren) kann es zu Einblutungen sowohl in der Fersenregion, dem sogenannten Black heel (schwarzer Absatz), als auch zu Einblutungen in der Fußsohle kommen.
Ursachen von Black heel
Bei verschiedenen Schnellkraftsportarten treten durch plötzliche, extreme mechanische Belastungen aufgrund von Beschleunigung, plötzlichem Abbremsen, Richtungswechsel oder Stoppen erhebliche Zug- und Scherkräfte an Fersen und/oder Zehen auf. Dabei können kleinste Blutgefäße einreißen. Die Folge sind stärkere Einblutungen unter oder in die oberflächliche Hornschicht (Stratum corneum) der Oberhaut (Epidermis), die zunächst an der Oberfläche rot erscheinen und später als blaue bis schwarze kleine Flecken (Maculae) oder Streifen (Striae) sichtbar werden – die sogenannte schwarze Hämorrhagie (Blutung, s. Abb. 1).
Schnellkraftsportarten führen besonders an den Fersen und in der plantaren Großzehenregion zu einer hohen Beanspruchung der Haut (Abb. 2).
Black heel treten vorwiegend bei Sportdisziplinen auf, die mit Sprungelementen oder plötzlicher Änderung der Geschwindigkeit, Laufrichtung oder Abbremsen einhergehen, wie zum Beispiel beim Fußball, Basketball, Tennis, Volleyball, Squash, Badminton oder Laufsport (Abb. 3). Des Weiteren kommen extreme senkrechte mechanische Belastungen als Ursache infrage.
Klinische Symptome
Gutartige petechiale Blutungen (punktförmige) treten in der hinteren oder seitlichen Fersenregion als dunkle Flecken oder Streifen auf (Abb. 4), sind unregelmäßig begrenzt und schmerzfrei. Der Abbau des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) führt zu typischen und sichtbaren Farbveränderungen von rot über blau, zum Teil blau-schwarz, grün und gelb in der betroffenen Hautregion. Nach einigen Wochen der Hauterneuerung kommt es zur Abschilferung der Hauteinblutungen.
Differenzialdiagnose und Diagnostik
Wichtig ist es, ein malignes Melanom (bösartiger Tumor, sogenannter schwarzer Hautkrebs) auszuschließen und zeitnah eine Konsultation beim Dermatologen zu empfehlen. Zur Abklärung und notwendigen Frühdiagnostik kommen Anamnese, klinische Symptome und bildgebende Diagnostikverfahren wie Sonografie, Röntgen, MRT (Magnetresonanztomografie) und/oder Szintigrafie in Betracht. Des Weiteren kann die Auflichtmikroskopie (mikroskopische Untersuchung mit auffallendem Licht) eingesetzt werden. Letztlich kann mit einer Biopsie (Probeentnahme von Gewebe) ein Tumor ausgeschlossen werden.
Ferner sollten eine Haglund-Exostose (knöcherne Verdickung am dorsalen Fersenbein neben dem Achillessehnenansatz), eine Apophysitis calcanei, das heißt eine juvenile aseptische Knochennekrose (Knochenzerstörung ohne Erreger bei Kindern und Jugendlichen am hinteren Fersenbein) sowie ein plantarer Fersensporn (knöcherne dornartige Ausziehung an der Vorderunterkante des Fersenbeins) mit konventionellen Röntgenaufnahmen abgeklärt werden.
Therapie und Prophylaxe von Black heel
Zunächst ist eine präzise Aufklärung für den Betroffenen wichtig, dass es sich bei Black heel um eine gutartige Erkrankung bzw. Hautveränderung handelt.
Nach einer Sportpause oder Pause anderer auslösender mechanischer Belastung kommt es in der Regel zu einer spontanen Rückbildung der Einblutungen. Stets sollte vom Fußprofi eine Überprüfung der Schuhe auf drückende Innennähte, reibende, zu harte Fersenkappen und einseitig abgelaufene Absätze erfolgen. Nach Abklingen der Einblutungen in der Fersenregion bieten sich Weichbettungen, Viscoheel-Fersenkissen und Pufferabsätze an Konfektionsschuhen zur Stoßdämpfung und Abpufferung an. Auch druckabsorbierende Fersenkissen aus formangepasstem, hochelastischem Polymer-Gel (GEHWOL Fersenpolster G) können Abhilfe schaffen.
Wichtig ist darüber hinaus eine problemadäquate Pflege, um die Elastizität der Fußhaut wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Vor allem an Belastungszonen wie der Ferse führen Hauttrockenheit in Kombination mit Druck zu einer Verhärtung der Hautpartien und damit zu einem Elastizitätsverlust, der nicht nur die für den Black heel typischen Symptome begünstigt, sondern auch ein Einreißen der Haut zur Folge haben kann. Solche Schrunden oder Rhagaden benötigen Pflegekonzepte, die zum einen einer mikrobiellen Belastung der eingerissenen Areale entgegenwirken und einer Entzündung vorbeugen, gleichzeitig aber auch die funktionelle Hautbarriere wiederherstellen. Eine spezielle Pflegeformel hierfür bietet GEHWOL MED Schrunden Salbe. Sie enthält unter antimikrobiell wirksame ätherische Öle wie Eukalyptusöl, Lavendelöl, Rosmarinöl und Thymianöl, entzündungshemmendes Bisabolol, medizinische Spezialseife zur schnellen Erweichung stark verhornter Hautareale sowie Panthenol (Provitamin B5) für die schnelle Hautregeneration.