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GEHWOL Diabetes Report 2023


Diabetes Report 2023

Was können Patienten tun? 

Ärzte empfehlen ihren Patienten konkrete Präventionsmaßnahmen wie das gerade Abschneiden der Zehennägel, das Eincremen der Füße oder Diabetiker-Schulungen. Patientenerhalten entsprechende Empfehlungen vielfach beim Arztbesuch. Dennoch schätzt die Ärzteschaft, dass 41 % der Patienten nicht klar ist, dass sie auf ihre Füße achten müssen. Vielen Patienten wird zudem ein unbefriedigendes Pflegeverhalten attestiert. Dies ist eine besonders ins Auge fallende Diskrepanz gegenüber der Selbstwahrnehmung der Betroffenen. Denn selbst fürchtet etwa die Hälfte aller Diabetikerinnen und Diabetiker eine Schädigung der Haut, speziell an den Füßen, oder sogar eine Amputation. Und wer sich Sorgen macht oder bereits betroffen ist, hält Fußpflege umso häufiger für wichtig. 93 % der Patienten stimmen dem zu. Aber trotz aller Einsicht pflegt paradoxerweise fast jeder Vierte seine Füße - wenn überhaupt - nur sporadisch und unregelmäßig.

Dabei können Patienten ganz einfach Gesundheit und Wohlbefinden steigern. Ein einfacher Schlüssel dafür ist die regelmäßige Hingabe zu den eigenen Füßen: tägliches Kontrollieren und Eincremen zum Beispiel sowie Fußgymnastik. Einfache Maßnahmen erhöhen die Fußzufriedenheit signifikant, so der aktuelle GEHWOL Diabetes-Report. 72 % der Patienten mit einer täglichen Pflegeroutine bestätigen, dass sie mit dem Zustand ihrer Füße zufrieden sind. Ohne Routine trifft das nur auf knapp die Hälfte zu.

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Wirtschaftliche Situation beeinflusst Pflegeverhalten

Erstmals konnte der GEHWOL Diabetes-Report auch einen elementaren Zusammenhang zwischen dem Pflegeverhalten und der Einkommenssituation der Patienten aufzeigen. Dies gilt vor allem für die professionelle Fußpflege. Neben der häuslichen Pflege ist die podologische Versorgung wichtig: Die Mehrheit der Patienten geht zwar mindestens einmal alle 3-6 Monate zum Podologen. 42 % würden jedoch gerne häufiger gehen. Allerdings: Nur bei einem Viertel übernehmen die Krankenkassen die Kosten vollständig. Der Rest zahlt – zumindest teilweise – selbst. Entsprechend beeinflusst auch die wirtschaftliche Situation der Patienten ihr Prophylaxe-Verhalten: In der einkommensschwächeren Gruppe nehmen 51 % der Patienten keine podologische Fußpflege in Anspruch. In der einkommensstärkeren Gruppe liegt dieser Anteil nur bei 17 %. Wenn es um eine verbesserte Prävention geht, sehen entsprechend auch 70 % der Ärzte Handlungsbedarf bei der psychosozialen Situation ihrer Patienten. Diese Aussage ist verbunden mit dem Vorschlag, ökonomische Anreize für Leistungserbringer wie Podologen, Orthopädieschuhtechniker und Diabetesberater auszuweiten.

Quelle: GEHWOL Diabetes-Report 2023.
Strukturierte standardisierte schriftliche Befragung mit n = 500 Patienten sowie n = 120 Ärzten. Erhebung und Auswertung durch Statista. April bis Juni 2023. 

Weitere anschauliche Ergebnisse des GEHWOL Diabetes Reports und des GEHWOL Diabetes Ratgebers finden Sie hier:

Hören Sie hier den Gecheckt-Podcast des Apothekenportals aponet.de zur Bedeutung der Fußpflege bei Diabetes: